Teleskoparm für U-Bahn- und Tiefgaragenbau


Ausgangssituation

Im Tiefgaragen- und U-Bahn-Bau wird besonders im eng verbauten Gebiet die sog. Deckelbauweise eingesetzt. Bei dieser Bauweise werden zuerst die erforderlichen Säulen hergestellt. Danach wird direkt auf ein Planum ein „Deckel“ betoniert. Dieser Deckel wird nach dem Aushärten des Betons untergraben. Das Aushubmaterial wird unter dem Deckel mit einer Schubraupe zu einem Schacht transportiert und danach durch den Schacht an die Oberfläche befördert.
Durch diese Bauweise können mehrer Etagen von Oben nach Unten gebaut werden. Die Beeinträchtigung an der Oberfläche wird daher relativ gering gehalten.

Das Aushubmaterial muss von Tiefen zwischen 10 und 18 m durch Schächte an die Oberfläche gefördert und auf LKWs verladen werden. Aufgrund der Schachtgröße und –tiefe ist der Einsatz mit einer herkömmlichen Tieflöffelausrüstung nicht möglich, der Einsatz eines Seilbaggers ist extrem teuer und langsam.
Hannes Riedmüller von der Firma Riedmüller aus Schönfeld in Niederösterreich und Gerold Handler von Zeppelin Österreich wollten diesen Auftrag mit einem CAT 325 bzw. CAT 330 erledigen.



Zur Aufgabenstellung

Aufgabenstellung

Durch Schächte mit 3 x 3 m muss aus bis zu 16 m Material gefördert werden und in 3,5 m Höhe entladen werden. Tiefen bis 18 m können vorkommen, hier reicht ein Deponieren des Aushubs neben dem Schacht. Als Greifer soll ein bereits vorhandener 2-Schalengreifen eingesetzt werden können; in weiterer Folge soll ein 2 m³-Greifer nachgerüstet werden. Kriterium war auch die zur Verfügung stehende Zeitspanne: Die Firma Riedmüller erhielt den Zuschlag für diesen Auftrag Ende November 1997 und musste mit Jahresanfang in Einsatz gehen.
Für Entwicklung und Konstruktion, Fertigung und Feinabstimmung standen daher lediglich 4 Arbeitswochen zur Verfügung.



Zur Problemlösung

Problemlösung

Dieser Einsatz wurde mit einem Teleskoparm, der statt des Löffelstieles aufgebaut ist, realisiert. Das Einfachteleskop hat einen Ausschub von knapp 4 m und wird auf speziellen Kunststoffgleitbacken geführt. Durch Verwendung hochfester Feinkornbaustähle konnte das Gewicht der Ausrüstung gering gehalten werden.

Zwischen Teleskoparm und Greifer können verschiedene Greiferverlängerungen eingesetzt werden, wodurch sich max. Grabtiefe sowie max. Ausschütthöhe flexibel ändern lassen. Ebenso können durch den Teleskopausschub Sattelauflieger ohne Rangieren beladen werden. Die erforderlichen Hydraulikschläuche für die Greiferfunktionen werden durch eine robuste, großdimensionierte Kabelkette geführt. In Kombination mit der hohen Pumpenleistung des CAT 330 BLN und der feinfühligen Maestro-Steuerung, bietet der Teleskoparm kurze Taktzeiten und überragende Ladeleistung.

Der Teleskoparm kann bei Bedarf abgebaut und durch den Löffelstiel ersetzt werden, wodurch die Flexibilität der Grundmaschine erhalten bleibt.

Kundenkommentar

  • Johannes Riedmüller
    "Durch den Teleskoparm der Firma Winkelbauer können wir verschiedenste Einsätze in Wien einfach und rasch erledigen. Beim Ersteinsatz im Jänner 98 haben unsere Auftraggeber sich nicht vorstellen können, dass es eine Firma gibt, die eine derartige Ausrüstung innerhalb weniger Wochen bauen kann! Wir hatten zwar einen fixen Starttermin, außer Gerold Handler von Zeppelin hat aber niemand geglaubt, dass das funktioniert. Dass der Telearm trotz Weihnachtsfeiertagen, Konstruktion und Fertigung termingerecht geliefert wurde, spricht für Winkelbauer.“
    Johannes Riedmüller
    Riedmüller

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